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Indogermanisches Etymologisches Woerterbuch [Pokorny] :

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Root / lemma abh- Query method Match substring

Total of 10 records

Root / lemma: abh-

English meaning: quick, abrupt

German meaning: `rasch, heftig'

Comments: alter r/n-St.

Material: Gr. ἄφαρ `sogleich' (altes Abstraktum `Schnelligkeit'), wozu doch wohl zunächst ἄφνω, ἄφνως `plötzlich'.

    Hierher allenfalls aksl. abьje `sogleich, alsbald', aber unsicher ai. ahnāya `alsbald, sogleich' (eher zu áhar, áhan- `Tag' S. 7).

References: WP. I 177, Feist 1 b f. , 579 a. , W. Schulze KZ. 52, 311 = Kl. Schr. 398.

See also: abhro-

Page(s): 2


Root / lemma: dhā̆bh-1, nasaliert dhamb(h)-

English meaning: to astonish, be speechless

German meaning: `staunen, betreten, sprachlos sein'

Comments: vermutlich als `geschlagen, betroffen sein' aus einer Grundbed. `schlagen'

Material: Gr. τάφος n. `Staunen, Verwunderung', Perf. ep. ion. τέθηπα, Partiz. Aor. ταφών `erstaunen', θώπτω, θώπεύω (`staune an =) schmeichle' (s. Boisacq s. v. θώψ), nasaliert θάμβος n. `Staunen, Verwunderung, Schrecken', θαμβέω `staune, erstaune, erschrecke'; zum β vgl. Schwyzer Gr. Gr. I 333, 833;

    got. afdōbn `verstumme!'.

    Unter Voraussetzung einer Grundbed. `schlagen' kann folgende germ. Sippe angereiht werden: anord. dafla `im Wasser plätschern', norw. dial. dabba `stampfen, festklopfen', anord. an(d)dø̄fa `ein Boot gegen Wind und Strom festhalten', mengl. dabben, nengl. dab `leise schlagen', ostfries. dafen `schlagen, klopfen, stoßen', mhd. beteben `hinfahren über, drücken', ndd. bedebbert `betreten, verlegen', nhd. tappen, Tapp `Klaps', mhd. tāpe `Pfote' (germ. ē, aber nicht für Feststellung des idg. Vokalismus zu verwerten), mndl. dabben `tappen, plätschern' u. dgl. Doch s. auch Persson IF. 35, 202 f. , der mehrere dieser Worte samt mhd. tappe `ungeschickter, täppischer Mensch' usw. auf eine germ. Wz. dabb-, dēb(b)-, daƀ-, dap- `dick, klumpig' bezieht, woraus `plump, dumm, tölpelhaft', unter Vergleich mit lett. depis Schimpfwort, etwa `Tölpel', depe `Kröte' (`*die plumpe'), depsis `kleiner, fetter Knabe' und germ. Worten, wie schwed. mdartl. dabb `zäher Klumpen von Schleim', dave `Lache, Pfütze' (: an. dafla `plätschern'?) usw. (lett. dep- sei vielleicht eine Wechselform zu *dheb- in aksl. debelъ `dick' usw. , vgl. Mühlenbach-Endzelin I 455); es ist mit Zusammenschluß verschiedener Wortsippen im Germ. zu rechnen (s. auch unter dāi-, dāp- `teilen');

    nach Endzelin (KZ. 51, 290) stellt sich engl. dab zu lit. dóbiu, dóbti `zu Tode prügeln', lett. dābiu, dābt `schlagen'.

References: WP. I 824.

Page(s): 233


Root / lemma: dhabh-2

English meaning: proper

German meaning: `passend fügen, passend'

Derivatives: dhabh-ro-s ds.

Material: Arm. darbin `Schmied' (*dhabhr-ino-);

    lat. faber, fabrī `Handwerker, Künstler', Adj. `künstlerisch, geschickt', Adv. fabrē `geschickt', affabrē `kunstgerecht', Gegensatz infabrē, fabrica `Geschicklichkeit, Werkstätte' (pälign. faber ist lat. Lw. ); vielleicht hierher lat. (Plaut. ) effāfilātus `entblößt', Denom. von *fāfilla, *Fügung' (f dial. ?);

    got. ga-daban `sich ereignen, eintreffen', Perf. gadōb `πρέπει', Adj. gadōf ist `es ist passend, schicklich' = ags. gedēfe `passend, mild' (*ga-dōbja), gedafen `geziemend', gedafnian `passend, schicklich sein' = anord. dafna `tüchtig, stark werden, gedeihen', ags. gedæfte `passend, mild', gedæftan `ordnen';

    aksl. dobrъ `ἀγαθός, καλός' (= arm. darbin, lat. faber), dobjь, dobljь `ἄριστος, δόκιμος', doba (alter r/n-Stamm) `das Passen, Zutreffen, Gelegenheit', podoba `Zier, Anständigkeit', u-dobьnъ `leicht', u-dobь Adv. `leicht'; lit. dabà `Eigenschaft', dabìnti `schmücken', dabnùs `zierlich' usw.

References: WP. I 824 f. , Trautmann 42 f. , WH. I 436 f. , 863.

Page(s): 233 - 234


Root / lemma: ghabh-

English meaning: to grab, take

German meaning: `fassen, nehmen'

Comments: mit ē-Formans durativ `haben, festhalten an', könnte Schallwurzel (Nachahmung des Schnapplautes) sein, was den häufigen Zusammenfall mit den gleichbedeutenden Wurzeln qagh- und qap- erklären würde (vgl. auch Vendryes MSL. 18, 310); andrerseits setzen EM2 150 für qap- (also auch für ghabh-) einen Vokalismus ē : ō : ǝ an (dagegen Reichelt KZ. 46, 339, WP. I 344, WH. I 159), so daß unsere Wurzel als ghǝbh- anzusetzen und ai. gábhasti-ḥ `Hand' dann fernzuhalten wäre.

Material: Ai. gábhasti-ḥ m. `Vorderarm, Hand';

    lat. habeō, -ēre `halte, besitze, habe', usw. ; dēbeō `schulde, muß' (*-habeō), praebeō `reiche dar' (älter prae-hibeō = umbr. pre-habia, pre-hubia `praebeat'), habē- f. `Haltriemen, Zügel', habilis `handlich, tauglich', usw. ;

    osk. i̯o-Flexion: haf[íar] `habeatur', hafiest `habēbit' (*ghabh-), dazu Präter. St. hip- (*ghēp-, wohl durch Einfluß von lat. capiō : cēpī; anders EM2 442) im Konj. Perf. hipid, Fut. exakt. hipust `habuerit';

    umbr. habe `habet', Imper. habitu, habetu `habētō' (*habē-) neben habiest `habēbit' (*habi̯ō) und sub-ahtu, subotu `dimittito' (*sub-habĭ-tōd), usw. ; zum umbr. -b- vgl. Devoto, Tabulae Iguvinae 172 ff. , v. Blumenthal, Iguv. Taf. 662;

    air. gaibid `nimmt, ergreift usw. ', später auch `bekommt' (*ghab(h)-i-ti), Verbalnomen gabal f. (kelt. *gabaglā, der Ausgang wohl von *kaglā, cymr. cael `das Erlangen' bezogen; s. unter qagh- `fassen') `das Nehmen' = cymr. gafael `das Festhalten' (f = v), corn. gavel f. `das Halten, Ergreifen', abret. an-gabol `saisie, reprise'; sonst meist im Brit. anlautendes k (von qagh- bezogen): mcymr. und cymr. caffael `das Erlangen' (neben cael, s. oben); das ff stammt aus dem s-Konjunktiv (v + h > f); mit anderem Suffix corn. caf(f)os, cafes, mbret. caf(f)out, bret. kavout `haben';

    über auffallende Übereinstimmungen der ir. Komposita mit gaib- mit den lat. Zusammensetzungen von habēre s. Pedersen KG. II 532;

    hierher auch gallorom. *gabella `Garbe, Holzbündel' aus gall. *gabaglā;

    got. gabei f. `Reichtum' (*ghabhī), gab(e)igs `reich' (*ghabhīko-), ahd. kepi f. `Reichtum', kepic `reich', ags. giefig, aisl. gǫfugr ds. ; gǣfa f. `Glück', gǣfr `freigebig, angenehm, dienlich' (germ. *gēbiz), mhd. gæbe ds. , nhd. `gang und gäbe'; dazu auch der germ. MatronennameAla-gabiae `die Allgebenden', GN Fria-gabis `liebe Geberin'; über den GN Garman-gabis s. Gutenbrunner Germ. Götternamen 90 ff. ; got. PN Gaf-ildo, ahd. Gab-ward;

    germ. Neuschöpfung (als Ersatz für - `geben') ist got. giban (Präter. gaf, Pl. gebum), aisl. gefa (urnord. 1. Sg. Präs. gifu, 3. Sg. Präter. gaf), ags. giefan, ahd. geban usw. `geben'; got. giba f. , aisl. gjǫf, ags. giefu, ahd. geba f. `Gabe'; nach Kretschmer Gl. 19, 208 stammt der Vokal des germ. *ʒeƀan vom gegensätzlichen neman `nehmen'; ahd. PN Gibicho, aisl. Gjūki;

    germ. *kaƀisi̯ō f. in ags. cefes, cyfes `Magd, Konkubine', ahd. kebisa `Kebse', neben anord. kefser m. `Gefangener', wird (unsicher) auf eine idg. Nebenform *gabh- zurückgeführt;

    lit. gãbana, gabanà f. `Armvoll (Heu)'; daneben gabenù, gabénti `fortbringen', Präter. dial. at-gė́bau `habe hergebracht' (vgl. lat. capiō: cēpi), gabùs `begabt', gebù, gebė́ti `imstande sein, gewohnt sein'; mit ō: gobùs `gierig', gõbis m. `Gier', dial. guõbti `zusammenraffen', usw. ;

    slav. (ursprüngl. Iterativum) *gabajǫ, *gabati in poln. gabać `angreifen, ergreifen', wruss. habáć `nehmen, ergreifen', usw. ; aksl. gobino `Fülle', gobьzь `reichlich' sind germ. Lw. Über den expressiven Charakter des ch- in russ. chábitь `an sich reißen', chopítь `greifen, fassen' usw. s. Machek Slavia 16, 178, 208 ff.

References: WP. I 344 f. , WH. I 158 ff. , 630 f. , Trautmann 74, Feist 175 f. , 214.

Page(s): 407 - 409


Root / lemma: gʷēbh-1 (oder gʷābh-?), gʷǝbh-

English meaning: to sink, submerge, plunge

German meaning: `eintauchen, versenken, versinken'

Material: Gr. βάπτω `tauche ein', βαφῆναι, βαφή `das Eintauchen, Färben' (äol. βύπτειν βαπτίζειν Hes. nach δύπτω, das selber Kreuzung von βάπτω mit δύω; βιπτάζω umgestellt aus βαπτίζω);

    maked. βαβρήν `Bodensatz des Öls' Hes. ; ob auch γυβᾳ `taucht' Hes. ?

    anord. kafa `tauchen', kvefja (und kefja nach dem Prät. kōf aus *kvōf) trans. `untertauchen, ersticken', kvafna intrans. `ersticken', kaf n. `Meerestiefe', dann `Untertauchen, Schwimmen unter Wasser'; aschwed. kvaf `Tiefe', anord. kvǣfa (idg. ē!), kø̄fa trans. `ersticken', mhd. erqueben,ersticken' (= anord. kvefja).

    Eine vielleicht verwandte, aber nur die Bed. `tief' aufweisende Wurzel *g(ʷ)embh-, *g(ʷ)m̥bh- zeigt das Arische (wobei im Ai. das g der Tiefstufe oder o-Stufe durchgeführt ist, gegenüber av. j der e-Stufe): ai. gabhīrá-, gambhīrá- `tief', gambha-, gámbhan-, gambhára- n. `Tiefe, Abgrund', gabhá- m. `vulva', gabhi-ṣák AV. Adv. vielleicht `tief unten oder innen', av. jaiwi-vafra-Adj. `mit tiefem Schnee', jafra- `tief', jąfnu-š `Vertiefung, Einsenkung'; vgl. Frisk Nominalbildung 30.

    Fick setzt die Wurzel *gʷābh- an, was zur Annahme zwänge, daß anord. kvǣfa Ablautsneubildung sei.

References: WP. I 674, Wissmann Nom. postverb. 75.

Page(s): 465 - 466


Root / lemma: lab- und labh- (?), lap(h)-

English meaning: to sip, chaw, etc.

German meaning: `schlürfend, schnalzend, schmatzend lecken'

Comments: schallmalend (vgl. das ähnliche lak-)

Material: Arm. lap'el `lecken';

    gr. λαφύσσω `verschlinge' (-ph-? oder *labhuk-i̯ō, dem slav. lobьz-ati näherstehend?); λάπτω `lecke schlürfend' ist sekundär neben altem λάψειν, λάψαι;

    alb. lap `lecke Wasser';

    lat. lambō, -ere `lecken';

    ahd. laffan (luof) `lecken', ahd. leffil `Löffel', mnd. lepel ds. (: got. *lapins, woraus apr. lapinis entlehnt); ags. lapian `trinken, schlürfen', aschwed. lapa ds. (*lapōn), nisl. norw. lepja `schlürfend lecken wie ein Hund' = mhd. leffen `lecken, schlürfen', ahd. gilepfen ds. ; Intensiv. mhd. nhd. lappen ds. verhält sich zu schlappen wie lecken zu schlecken;

    daneben nhd. dial. labbe `Lippe', labern `langsam, einfältig reden; leckend trinken', skr. lȁbati `saufen wie Hunde oder Katzen' u. dgl. ;

    hierher vielleicht russ. dial. lopa `Fresser', lopatь `fressen'; bulg. lápam `fresse, schlinge', usw. ; auch abg. lobъzati `küssen' (`*schmatzen')?

References: WP. II 383 f. , WH. I 754, Wissmann Nom. postverb. 72 f.

Page(s): 651


Root / lemma: labh-

English meaning: to grab, hold

German meaning: `fassen, ergreifen'

Material: Ai. lábhatē, lámbhatē, rábhatē (Perf. lalābha) `erfaßt, ergreift', lābha- m. `Erlangen, Gewinn, Vorteil', rábhas- n. `Ungestüm, Gewalt', rabhasá- `wild, ungestüm, gewaltig';

    gr. λάφῡρον `Beute', ἀμφι-λαφής `umfassend, groß';

    lit. lõbis m. `Gut, Besitz, Reichtum', lõbti `reich werden', ablaut. lãbas m. `Gut', auch `gut', lett. apr. labs `gut'.

References: WP. II 385, Trautmann 148, Kuiper Nasalpräs. 148 f.

Page(s): 652


Root / lemma: rabh- oder rebh- : rebh-

English meaning: to rage, be furious

German meaning: `von Ungestüm, Wut ergriffen sein'?

Material: Lat. rabiēs `Wut, Tollheit', rabiō, -ere `toll sein, wüten' berührt sich in der Bed. sehr nahe mit ai. rábhas- n. `Ungestüm, Gewalt', rabhasá- `wild, ungestüm, gewaltig', saṁ-rabdha- `wütend', das oben S. 652 irrig zu rábhatē `erfaßt, hält sich fest' = Iábhatē, lambhatē `erfaßt, ergreift', gestellt wurde; vgl. mir. recht `plötzlicher Anfall, Wut', das auch zu lat. rapiō, Wz. *rep- gehören könnte; ags. rabbian `rasen' aus vlat. rabiāre ds. ; toch. A rapurñe `Leidenschaft'.

References: WP. II 341, WH. II 413.

Page(s): 852


Root / lemma: skabh-, skambh-

English meaning: to support

German meaning: `stützen'

Material: Ai. skabhnā́ti, skabhnṓti `stützt', Perf. cā̆skámbha; skabhāyati `befestigt, stützt'; skambhá- m. , skámbhana-m `Stütze, Pfeiler', av. upaskambǝm `unter Festmachen', fraskǝmba-, frasčimbana- `Tragbalken, Pfeiler'; npers. paškam `porticus', sogd. šk'np- (*skamb) `étage de l'univers';

    lat. scamnum (*skabhnom) `Bank, Schemel', Demin. scabillum, scabellum `niedriges Bänkchen, Schemel';

    die ar. Binnennasalierung, sowie der e-Vokalismus von av. frasčimbana- (gegenüber ai. skámbhana-m) durch ar. Umbildung von skabh- nach *stembh- (s. steb- `Pfosten') in ai. stabhnā́ti `stützt', stambha- `Pfosten, Pfeiler, Säule' usw.

References: WP. II 539, WH. II 487 f.

Page(s): 916


Root / lemma: (s)kē̆p-2, (s)kō̆p- und (s)kā̆p-; (s)kē̆b(h)-, skob(h)- und skā̆b(h)-

English meaning: to work with a sharp instrument

German meaning: `mit scharfem Werkzeug schneiden, spalten'

Derivatives: skab(h)-ro- `scharf'; skapā `Gegrabenes'; skopelo- `Fels'

Material: A. Formen auf -b: (es werden hier nur die eindeutigen germ. Formen aufgeführt; die lat. und bsl. mit b s. bei der Wurzelform auf bh); skab- `schnitzend gestalten'.

    Got. gaskapjan st. V. `schaffen', aisl. skepja, ags. scieppan, ahd. scepfen, mhd. schepfen, woraus nhd. schöpfen; zum Prät. mhd. schuof, Partiz. `geschaffen' wird ein neues Präs. `schaffen' gebildet, wie schwed. skapa, dän. scabe; deverbative ō-Verba sind aisl. aschw. skapa `anfertigen, einrichten', ahd. scaffōn `bilden, bewirken' (Wissmann Nom. postverb. 73); ags. ge-sceap n. `Gestalt, Geschöpf', as. gi-scapu Pl. n. `Schicksal'; aisl. skap n. `Gestalt, Geisteszustand' usw. ; -skapr z. B. in vin-skapr `Freundschaft'; ahd. scaf m. `Gestalt, Beschaffenheit', -scafund -scaft f. , nhd. -schaft; wgerm. *skap n. `(geschnitztes) Gefäß' in: as. skap n. `Schaff, Schiff', ahd. skaf `Gefäß, Schaff', wovon scepfen `haurīre' (nach scepfen `creāre' früh mit starker Flexion); Deminutiv as. skepil, ahd. skeffil `Scheffel'; ablaut. mnd. schōpe `Schöpfkelle', mhd. schuofe f. `Schöpfgefäß'.

    B. Formen auf -bh: (einschließlich lat. und bsl. Formen mit zweideutigem -b-).

    Lat. scabō, -ere, scābī `schaben, kratzen, reiben', scăbiēs f. `Kratzen, Schäbigkeit, Räude', scaber `rauh, krätzig'; mit o: scobis f. `Schababfall, Fellstaub', scobīna `Feile, Raspel'; mir. (s)cīp (mit bb) `Hand' (expressive Verdopplung); got. skaban `schaben, scheren', aisl. skafa `schaben, kratzen', ags. scafan ds. (aisl. ags. Prät. skōf, wie lat. scābī); and. scaban `schaben, kratzen, (Haare) schneiden', ahd. scaba `Hobel', aisl. skafa `Schabeisen'; aisl. skabb, ags. sceabb `Krätze', mhd. schebīc `räudig, schäbig', älter nhd. Schäbe `Krätze', and. scavatho `Räude'; isl. skōfir f. Pl. `Scharren, gesengte Kruste', mnd. schōve (und schōpe) f. `Schuppe', ahd. schuoppa ds. ;

    lett. skabrs (= lat. scaber) `splitterig, scharf', skabrums `Schärfe, Rauhheit', lit. skabùs `scharf, schneidend', skabù, -ė́ti `schneiden, hauen, ästeln', skóbti `aushöhlen', nuskóbti `abpflücken', skóbas, lett. skābs `sauer' (*`scharf, schneidend'); aksl. skoblь `Schabeisen', russ. skóbelь `Hobel'; nach Machek Slavia 16, 208 f. hierher aksl. chabъ `schlecht', chabiti `verderben'.

    C. Formen auf -p:

    Npers. kāfađ, kāvađ `gräbt, spaltet', kāf `Spalt', šikāftan `spalten';

    alb. kep `behaue Steine, haue aus' (idg. *kopō oder *kapō), wozu kmesë, këmés, kamés f. `Hacke, Hippe' (*kapneti̯ā), sqep `Winkel, Schnabel';

    gr. σκέπαρνος, -ον `Beil zum Behauen des Holzes', σκόπελος m. `Fels, Кliрре' (venet. *skopelo-); κόπτω `schlage, haue; belästige, ermüde', κόπος m. `Schlag', κοπάζω `ermüde', κόπις `(ermüdender) Schwätzer', κοπίς, -ίδος f. `Schlachtmesser', κοπεύς m. `Meißel', κόπανον `Beil, Mörserstößel', κοπάς, -άδος `beschnitten', κόμμα n. `Einschnitt, Abschnitt'; mit a-Vokalismus:σκάπτω `grabe, hacke', σκαπάνη `Hacke, Grabscheit', (σ)κάπετος `Graben, Grab, Grube'; durchEntgleisung nach θάπτω : τάφος auch Formen mit φ: ἐσκάφην, σκάφος `das Graben, Grab', σκάφη, σκαφίς f. , σκάφιον n. `Wanne, Mulde, Trog', σκάφος `Schiffsbauch';

    venet. (illyr. ?) FlN *Skopelantia `Schefflenz' (Baden): gr. σκόπελος (Krahe PBB. 69, 486 ff. );

    lat. capō, capus `Kapaun' (`verschnitten', vgl. abg. skopьcь), wegen der roman. Abkömmlinge (ital. cappone usw. ) richtiger (mit expressivem pp): cappō; cappulāre `zerhauen', concipilāre `in kleine Stücke zerhauen'; lat. a setzt eine ā̆-Wz. skā̆p- voraus; ebenso lat. scapulae `Schulterblatt, Schulter', umbr. scapla `scapulam' (von der Verwendung als Grabscheit oder Schaufel);

    gall. -rom. capanna `Hütte' (: serb. kòpa `Schober'), wohl ven. -illyr. Element im Gallischen;

    germ. *hēbjō neben *habbō mit expressiver Geminata, auch *habjō: ahd. hā̆bba, hā̆ppa, heppa, mlat. hapia, mhd. happe, heppe `Hippe, Sichelmesser';

    balto-slav. skē̆pa- m. `etwas Abgespaltenes' in:

    lett. šḱę̀ps `Speer, Spieß', šḱẽpele f. `abgeschnittenes Stück Holz'; ablaut. lit. skãpsnė f. `Stück Stoff'; aksl. štapъ (*skēpos), sloven. ščáp `Stock', russ. ščap `Anhieb (eines Baumes'), russ. ščepá `Holzspan', ščepátь, ščepítь `spalten', aksl. skopьcь `Verschnittener' (nhd. Lw. Schöps), skopiti `verschneiden'; lit. skãplis `Hohlaxt', skãptas `krummes Schnitzmesser', skopiù, skõpti `mit dem Messer aushöhlen', skoptùvas `Hohlmesser';

    lit. kapóti, lett. kapa^t `hacken, hauen', lit. kapõnė, lett. kapāns `Hackmesser', lit. kaplỹs `Hacke, Eisaxt', lett. kaplis `Hacke', lit. kãpas, lett. kaps `Grab(hügel)', apr. enkopts `begraben';

    aksl. kopajǫ, kopati `graben', vъkopati `begraben', serb. kòpa `Schober, Haufen', bulg. kopá ds. , usw. ;

    aksl. kopьje `Lanze'; wahrscheinlich slav. *čepъ `*abgeschnittener Ast', in russ. dial. čopъ `Zweig des Weinstocks, Rebe', bg. čep `Ast', skr. čȅpur `Strunk' u. dgl. ; vielleicht gehört die Sippe *kāp- `Stück Land' und *kap-ut `Kopf' (oben S. 529 f. ), hierher, ferner wohl die folgenden Worte für `Stock, Stab':

    gr. σκη̃πτρον `Stab', dor. σκᾶπτον ds. = ion. *σκῆπτον in σκηπτοῦχος `zeptertragend', σκᾶπος κλάδος Hes. , σκηπάνη `Stab, Szepter', hom. σκηπάνιον ds. = dor. σκᾱπάνιον Hes. ; σκήπτω `stütze, schwinge mit Kraft', intr. und med. `sich stützen; sich mit Kraft auf etwas werfen', σκηπτός `plötzlich niederfahrender Sturmwind, Wetterstrahl, Unglück'; lat. scāpus `Schaft, Stiel, Stengel, Stamm', scōpa f. `dünner Zweig, Reis', Pl. `Reisigbesen', scōpiō, -ōnis m. `der Stiel, an dem die Beeren der Weintraube hängen; Stamm des Spargels', scōpus ds. ;

    ahd. skaft `Schaft, Speer', as. skaft `Speer', ndl. schacht `Federkiel, Lanzenschaft', ags. sceaft m. , aisl. skapt n. `Schaft, Stange, Speer'.

References: WP. II 559 ff. , WH. I 161 f. , II 484 f. , 489 f. , Trautmann 117, 262, 265.

Page(s): 930 - 933


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